Liebe und Lobola – eine Hochzeit am Kap und Ihr Hochzeitswein
Magazin | Journal Love SA, Südafrika
Fezile & Tandu – Eine südafrikanische Liebesgeschichte
Anlass für diesen Newsletter ist eine Hochzeit, die uns besonders berührt hat. Unser Freund Fezile, der als Sicherheitsmann in Kapstadt arbeitet, hat geheiratet. Während seiner Nachtschichten hält er regelmäßig ein wachsames Auge auf unser Haus – und wird dafür am Ende der Woche mit einer guten Flasche Wein belohnt. Seit kurzem teilt er diese Flasche mit seiner Frau Tandulueto, genannt Tandu. Ihr Name bedeutet „unsere Liebe“ und wurde ihr traditionell von Feziles Familie gegeben. Ihre eigene Familie hatte dabei kein Mitspracherecht. Der neue Name wird sogar als Zweitname im Pass eingetragen.
Tandu arbeitet als Service Consultant bei einer Bank. Im Alltag ist sie unabhängig, klug und durchsetzungsfähig. Dennoch gelten innerhalb der Ehe andere Regeln. Zu Hause führt sie das Haus, doch nach außen wird Unterordnung von ihr erwartet – so will es die Tradition. In den ersten drei Monaten nach der Hochzeit trägt sie eine Haube, um ihre Haare zu verbergen. Dies ist das sichtbare Zeichen: Sie ist jetzt „unter der Haube“ – wortwörtlich.
Wie eine Xhosa-Hochzeit abläuft
Der Ablauf der Hochzeit beginnt mit einem klassischen Heiratsantrag; jedoch gibt es einen wichtigen Unterschied: Fez fragt Tandu, ob sie ihn heiraten möchte. Danach gehen sie gemeinsam zur Familie, um die Erlaubnis einzuholen. Hätte ihr Vater Nein gesagt, hätte sie nicht geheiratet.
Erst wenn die Familie zustimmt, verhandeln beide Seiten über die Lobola – die traditionelle Brautgabe. Dabei geht es nicht nur um Symbolik. In Feziles Fall wurden 30.000 bis 40.000 Rand (etwa 1.500 bis 2.000 Euro) erwartet. Das entspricht dem Vier- bis Achtfachen eines durchschnittlichen Monatslohns für Sicherheitskräfte wie ihn, die oft zwischen 4.000 und 10.000 Rand brutto im Monat verdienen. Fez hat lange auf diesen Betrag hingearbeitet und sich das Geld Monat für Monat zusammengespart – nicht weil es um die Beweisführung der Liebe ging, sondern weil es so „gemacht wird“. Auch er und Tandu haben dieses Ritual hinterfragt, doch die respektierten Ältesten beider Familien winkten ab: "That’s how we do it. Always." Ende der Diskussion.
Feiern, wie es die Vorfahren taten
Fez gehört zum Volk der Xhosa, deren kulturelle Heimat das Eastern Cape ist. Dort, wo ihre Wurzeln liegen, finden die großen Hochzeiten statt: mit farbenfrohen Gewändern, Musik, Tanz und Unmengen an selbstgebrautem Bier – das die Frauen in großen Eimern auf dem Kopf balancieren, während sich das ganze Dorf versammelt. Es wird gelacht, getrommelt, gegessen und aus großen Schüsseln getrunken.
Das Ehegelübde unterscheidet sich deutlich von dem, was wir aus westlichen Kulturen kennen. Es geht weniger um romantische Gleichberechtigung und mehr um klar definierte Pflichten: Sie kocht für ihn. Er kommt nach der Arbeit nach Hause, so schildert es Fez. Für uns wirkt das fremd, aber es ist Ausdruck eines anderen Verständnisses von Partnerschaft und Verantwortung.
Verstehen statt vorschnell urteilen
Mit diesem Einblick möchten wir zum Verständnis für die Kultur der Xhosa beitragen. Auf unseren Reisen ans Kap streifen wir diese Welten meist nur am Rand. Dennoch prägen sie das Leben vieler Menschen dort – stärker, als uns bewusst ist. Deshalb möchten wir kleine kulturelle Geschichten erzählen – aus einer Perspektive, die man als Tourist oft nicht erhält.
Und für Ihre nächste Hochzeit – finden Sie den passenden Hochzeitswein!
Ob auf dem Weingut, im Garten oder Festsaal – wer eine Hochzeit plant (oder besucht), weiß: Der richtige Wein macht den Tag noch spezieller. Sprechen Sie mit uns, wir empfehlen Ihnen gerne den passenden Hochzeitswein, sei es ein frischer Chenin, ein eleganter Rosé oder ein samtiger Rotwein. Für jedes Budget und jede Gästeliste.
Denn ob man Lobola zahlt oder nur beim Polterabend Gläser hebt – gefeiert wird überall gleich: mit Herz.
Hamba kakuhle – gehen Sie gut.